Faust gelöst (Anfangsgedicht)

Es hört sich heute wohl an wie eine wilde Spinnerei.
Des Goethes Faust ein Rätsel sei.
Das uns der Meister hinterlassen
Da seine Botschaft nur auf diese Weise ist zu fassen.
Denn jene Wahrheit hat ein solch Gewicht
Man muss sie selber finden, sonst glaubt man’s nicht.

Die Rätselfrage lautet:
Wie kann der Mensch denn Antwort finden?
Was ist es das ihn lässt erblinden?
Und wie macht er es, das sein Streben,
nicht immer doch zu Unglück führt?
Es ist das Rätsel auch von unser aller Leben,
das uns der Meister aufgeführt.

In der Tragödie war die Lösung nicht gefunden
Wohl denn war eine möglich Lösung ausprobiert:
Lässt sich denn diese Welt ergründen,
wenn man sie ganz auf eigne Faust studiert?
So muss man es vielleicht doch nur mit aller Macht versuchen?
Nur rücksichtslos genug und auf Teufel komm raus.
Ist denn das Ganze zu verstehen, holt man sich diesen auch ins Haus?

So wars das Ego[1] das den Faust zu der Tragödie hin beriet,
auf das das Unheil sich vermehrte und so nur Unglück ihm geschieht
Zu einer Antwort, auf seine Frage, was die Welt im innersten zusammenhält?
Ist Faust so nicht gekommen.

Doch kennen wir nun schon den Weg, den er besser nicht genommen.
Soll das vielleicht des Goethes Botschaft sein?
Finden kannst du nicht… allein.

Ach, wollen wir es nun mal anders ausprobieren?
Auf andrem Weg, das Leben zu studieren.
war`s nicht der harte Weg, versuchen wir den weichen.
Die Faust gelöst um ihr die Hand zu reichen.

*
Und so beginnt nun unser Spiel ganz altbekannt auch wieder mit derselben Frage…

 

[1] Mefitho

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